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«Rent a German» - Deutsch-belgischer Kulturaustausch der besonderen Art

Rent a German

Rent a German, © Goethe-Institut Brüssel

12.11.2019 - Artikel

Im Rahmen der Initiative «Rent a German» wurden in Belgien lebende Deutsche mit Belgier*innen in einen engen Dialog gebracht.

Die Initiative «Rent a German» ist Teil der Veranstaltungsreihe „Les Deutschlands“, ein Kooperationsprogramm des Goethe-Instituts Belgien mit dem Brüsseler Kulturzentrum Flagey und der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland beim Königreich Belgien. „Les Deutschlands“ eröffnet ein Jahr vor der deutschen EU-Ratspräsidentschaft einen multidisziplinären Blick auf Deutschland.

In der Woche nach dem Tag der Deutschen Einheit, vom 3. bis zum 10. Oktober 2019 bereiteten ca. 40 Deutsche in Brüssel und Umgebung eine kleine Aktion vor und luden Interessierte ein, daran teilzunehmen. Die Initiative «Rent a German» bot ein buntes Kaleidoskop an Events: sich kennen lernen, sich austauschen, Einblicke in Lebenswelten erhalten, miteinander ins Gespräch kommen. Es gab sowohl „kleine“ Events als auch größere Aktionen: Ein typisch deutscher Kaffeeklatsch mit feinem Kuchen, ein gemütlicher Handarbeitsnachmittag, verschiedene sportliche Angebote, Degustationen, Kochevents, Führungen zu belgischen Lieblingsplätzen, Atelierbesuche, spannende Einblicke in deutsche und EU-Institutionen und vieles mehr.

Ziel der Initiative „Rent a German“ war es, neue Diskurse und Dialoge zu ermöglichen, wie etwa bei einer individuellen Begegnung oder einer freundlichen Dienstleistung, wie zum Beispiel eine Stunde „Entspannung nach Büroschluss“. Im mehrsprachigen, kosmopolitischen Brüssel hatte das Goethe-Institut natürlich alle „in Belgien wohnenden Menschen“ angesprochen. Daher waren die Anbietenden wie in einem Brennglas im Austausch mit Menschen aus aller Welt. Viele der «Rent» -Angebote fanden mehrsprachig (Deutsch, Französisch, Niederländisch, Englisch) statt, eine gute Gelegenheit, Sprachenvielfalt positiv in persönlichen Begegnungen zu (er)leben. «Rent a German» traf dabei auf einen enormen Zuspruch. Die Angebote waren ausgebucht und die Initiative erhielt ein sehr positives Feedback von Seiten der Teilnehmenden.

„Was Sie schon immer über Deutschland und Deutsche wissen wollten und nie zu fragen wagten...“

Ein Höhepunkt der Veranstaltungsreihe war mit einem Besucherandrang von fast 80 Interessierten das kulturelle Speeddating in der Deutschen Botschaft mit dem deutschen Botschafter und seinem Team. Unter dem Motto „Wie ticken Deutsche? Was Sie schon

Rent a German: der Botschafter im Gespräch
Rent a German: der Botschafter im Gespräch© Deutsche Botschaft Brüssel

immer über Deutschland und Deutsche wissen wollten und nie zu fragen wagten…“ konnte man den deutschen Botschafter in Belgien, Herrn Martin Kotthaus, und seine Kolleg*innen im Dreiminutentakt befragen. Darüber hinaus lud das kulturelle Speeddating auch zu einem informellen Austausch bei Wein, Saft und Brezeln ein. Der deutsche Botschafter beim Königreich Belgien, Martin Kotthaus, der erkennbaren Spaß an dem Abend hatte: „Die Initiative «Rent a German» bringt ganz konkret Menschen unterschiedlichster Herkunft zueinander, ermöglicht das Gespräch und den Austausch auf Augenhöhe und hat die Menschen enger zusammen kommen lassen. Nicht ex cathedra, nicht im Vortragsformat, sondern ganz einfach im Dialog lernte man sich und Deutschland kennen.“

Ein Fokus des Programms lag im Hinblick auf die Gedenkveranstaltungen zu „30 Jahre Mauerfall“ auch auf der persönlichen Begegnung mit Zeitzeug*innen, die in Belgien leben. So führte die deutsche Künstlerin Heike Tiede, die nach dem Mauerfall in die Wallonie gezogen ist, durch ihr Atelier und durch ihre belgische Heimatgemeinde Floreffe. Jan Wilker konzipierte einen Rundgang durch das Europaviertel und verwob auf beeindruckende Weise persönliche Familiengeschichte mit zeitgeschichtlichen Ereignissen. Professor Dr. Werner Schneider, Mitinitiator der Leipziger Montagsdemonstrationen, führte durch die Ausstellung „Europäische Notenspuren“ im Musée Art & Histoire.

Rent a German: Sonntagsführung durch das Haus der Europäischen Geschichte
Rent a German: Sonntagsführung durch das Haus der Europäischen Geschichte© Goethe-Institut Brüssel

Darüber hinaus boten viele Deutsche Einblicke in Ihre beruflichen Welten. So führte etwa die Direktorin des Hauses für Europäische Geschichte, Frau Dr. Constanze Itzel, eine Gruppe von 30 Interessierten persönlich durch das Museum und ermöglichte vielfältige Eindrücke der Entstehungsgeschichte des Hauses, verdeutlichte die Konzeption und vermittelte mit ihrer inspirierenden Führung europäische Geschichte als Erlebnis.

Raum für Austausch und Teilhabe

„Rent a German“ zeigt, dass der persönliche Austausch, die individuelle Begegnung, die spannenden wie lustigen Diskussionen über „Riten und Gebräuche“ sowie die ungewohnten Einblicke als eine sehr große Bereicherung empfunden werden. Eine Teilnehmerin schrieb: „Eine ausgezeichnete Initiative für Leute, die sich für deutsche und europäische Kultur interessieren und sich untereinander austauschen möchten.“ Ein anderes Feedback lautet: „Eine tolle Idee, es macht viel Spaß, über neue Dimensionen und andere Sichtweisen gemeinsam nachzudenken. Diese Initiative ermöglichte echte Teilhabe für alle, ob alt oder jung, ein- oder mehrsprachig, von nah oder von fern.“

Text: Tanya Wittal-Düerkop                      


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