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Wirtschaft

01.12.2017 - Artikel

Stand: Dezember 2017

Bruttoinlandsprodukt

2016 hat Belgien ein Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts von 1,2% erzielt; für 2017 wird ein Wachstum von 1,6% erwartet. Für 2018 wird mit weiterem Wachstum auf höherem Niveau (EU-Kommission: 1,7%) gerechnet. Somit befindet sich Belgien in einer Phase moderaten Wachstums.

Inflation

Die Inflation stieg 2016 im Zuge der gestiegenen indirekten Steuern auf 1,8% an, lag 2017 bei 2,2% und wird Schätzungen zufolge 2018 im Durchschnitt bei 1,6% liegen.

Arbeitsmarkt und Arbeitskosten

Die Arbeitslosigkeit geht kontinuierlich zurück (2015: 8,6%, 2016: 7,9%; 2017: 7,4% lt. Prognose). 2016 wurden 55.000 neue Arbeitsplätze geschaffen und für den Zeitraum bis 2020 wird mit der Schaffung von 70.000 weiteren Arbeitsplätzen gerechnet.

Die belgische Wirtschaft profitiert von Maßnahmen der liberal-konservativen Koalition unter Premierminister Michel, wie von dem sogenannten tax shift, der die Lohnstückkosten gesenkt hat, aber auch von der verbesserten Konjunktur in Europa.

Haushaltslage

Die Staatsverschuldung bleibt trotz leichtem Rückgang vergleichsweise hoch (2016: 106,0 % des BIP, 2017: 105,0 % lt. Prognose). 2016 lag das Haushaltsdefizit bei 2,6% des BIP. 2017 dürfte es insbesondere auf Grund der angekündigten Einsparungsmaßnahmen auf 1,9% sinken. Außenhandel

Belgiens Volkswirtschaft ist stark in die Weltwirtschaft integriert. Die Außenhandelsquote (Summe aus Exporten und Importen in Relation zum BIP) betrug 2016  163,3% (eine der höchsten Quoten weltweit), die Exportquote (Exporte in Verhältnis zum BIP) ca. 84,5%. Deutschland ist der wichtigste Wirtschaftspartner Belgiens, vor Frankreich und den Niederlanden. Umgekehrt nimmt Belgien für Deutschland als Handelspartner Rang 10 ein. 2016 betrugen die deutschen Ausfuhren nach Belgien 41,7 Mrd. Euro (2015: 41,2 Mrd.), die Einfuhren 37,9 Mrd. Euro (2015: 36,8 Mrd.).

Wirtschaftsstruktur

In der belgischen Wirtschaft dominiert der Dienstleitungssektor mit ca. 70%. Trotz der großen industriellen Tradition des Landes repräsentiert die verarbeitende Industrie nur noch ca. 15% des BIP. Die wichtigsten Wirtschaftszweige Belgiens sind die Pharmazie- bzw. Chemie-, sowie die Nahrungsmittelbranche. Der Anteil des Bausektors beträgt ca. 5% des BIP, während der des Agrarsektors unter einem Prozent liegt.

Energie- und Umweltpolitik

Belgien ist stark von ausländischen Energieunternehmen und von Energieimporten abhängig. Wesentliche energiepolitische Zuständigkeiten liegen bei den Regionen Flandern, Wallonien und Brüssel-Hauptstadt. Für Atomkraft und Offshore-Windparks, die in großem Umfang ausgebaut werden, ist dagegen die föderale Regierung zuständig. Wie für die Energiepolitik besteht auch für die Umweltpolitik eine zwischen den Regionen und dem Föderalstaat geteilte Zuständigkeit.

Belgien hatte bereits 2003 den Atomausstieg beschlossen. Nach jetzigem Stand sollen die sieben Reaktorblöcke in Doel und Tihange bis 2025 vom Netz gehen. Die Regierung Michel hält am Atomausstieg fest, hat aber die Laufzeit der beiden ältesten Atomreaktoren Doel 1 und Doel 2, die ursprünglich 2015 abgeschaltet werden sollten, bis 2025 verlängert. Bereits die Vorgängerregierung Di Rupo hatte eine entsprechende Laufzeitverlängerung für den Reaktor Tihange 1 beschlossen. Dies geschieht auch vor dem Hintergrund, dass seit 2003 keine ausreichenden Ersatzkapazitäten geschaffen und verschiedene Gaskraftwerke mangels Rentabilität stillgelegt wurden. In Deutschland, den Niederlanden und Luxemburg bestehen Sicherheitsbedenken hinsichtlich wegen der Wasserstoffeinschlüsse in den Reaktordruckbehältern Doel 3 und Tihange 2. Bundesministerin Hendricks hat Belgien im April 2016 gebeten, beide Reaktoren bis zur abschließenden Klärung von Sicherheitsfragen vom Netz zu nehmen. Die Unterzeichnung des bilateralen Ressortabkommens über Informations- und Erfahrungsaustausch sowie Zusammenarbeit auf dem Gebiet der nuklearen Sicherheit ist am 19.12.2016 erfolgt. Treffen auf Expertenebene finden seitdem statt.

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